Im fünften Teil dieser Serie geht es um ein paar kleine Tipps und Tricks, durch welche sich der Handel von Divergenzen mitunter deutlich effizienter und profitabler gestalten lässt. So bieten Divergenzen in der Regel gute Signale wann es zu einem Trendwechsel bzw. einer Trendfortsetzung kommt, zeitlich sind diese Signale allerdings nicht immer präzise. Dementsprechend kann man mit ein paar Kniffen sein Timing deutlich besser gestalten kann als nur die Divergenzen zu handeln sobald die auftreten, was sowieso nicht zu empfehlen ist.
Einen Crossover abwarten
Der erste kleine Trick welchen ich vorstellen möchte ist, auf ein bestätigendes Signal des genutzten Indikators zu warten. Im Falle des MACD also eine Krezung der Signal und der Triggerlinie, beim RSI eine Rückkehr aus dem überkauften/überverkauften in den neutralen Bereich. Dies sind zwar die beiden Indikatoren sind welche in dieser Serie über Divergenzen benutzt werden, selbstverständlich eignen sich aber auch andere Indikatoren für das Aufspüren von Divergenzen. Hier ein Chart zur Verdeutlichung, wie ein Crossover das Tradingergebnis verbessern kann:
Zu sehen sind zwei normale bullishe Divergenzen, nur eine von beiden hätte allerdings zum Erfolg geführt. Zwar erfüllt die erste Divergenz die entsprechenden Grundvoraussetzungen (lower low/higher low) allerdings kommt es nicht zu einem deutlichen Kaufsignal des MACD. Dies habe ich mit dem roten Rechteck markiert: die grüne Signallinie wird zwar durch die Triggerlinie geschnitten, beide Linien verharren allerdings eng beieinander – kein aussagekräftiges Signal. Hätte man also neben der reinen Divergenz noch auf die zusätzliche Bestätigung durch ein Kaufsinal des MACD gewartet, so hätte man sich diesen Verlusttrade sparen können.
Wie es richtig aussieht ist in dem roten Kreis in der zweiten dargestellten Divergenz zu sehen. Hier folgte kurz nach dem lower low bzw. higher low ein Kaufsignal durch den MACD, als die Signallinie von unten geschnitten wurde. An diesem Punkt hätte man eine Bestätigung gehabt und wäre viel sicherer in den Trade gegangen. Zwar hätte man in diesem konkreten Beispiel keinen wirklichen quantitativen Nutzen durch das Abwarten der Bestätigung gehabt; wie bereits geschrieben gibt diese allerdings zusätzliche Sicherheit und beruhigt damit die Psyche. Denn wie bekannt sein sollte, ist die Psyche der wichtigste und letztlich entscheidende Teil beim Trading.
Entfernung aus dem überkauften/überverkauften Bereich
Bei manchen Indikatoren, wie beispielsweise dem Stochastik-Indikator, gibt es neben zwei Signallinien auch noch einen überkauften bzw. einen überverkauften Bereich. Im Falle des Stochastik bei Werten über 80 (überkauft) bzw. unter 20 (überverkauft). So kann es durchaus passieren, dass einen Divergenz auftritt und auch durch einen Crossover bestätigt wird, dieses jedoch in einem extremen Bereich, sprich über 80 oder unter 20, passiert. In diesem Falle kann es durchaus ratsam sein auf eine weitere Bestätigung zu warten, nämlich die Rückkehr des Indikators in den neutralen Bereich. So kann man in einigen Fällen durchaus noch einen ersten Buchverlust vermeiden, da man nicht noch den letzten Atemzug des aktuellen Trends mitnimmt, sondern wartet bis sich ein neuer Trend unter gesunden Bedingungen etabliert hat.
Trendlinien im Indikator selbst ziehen
Auch wenn es auf den ersten Blick sinnlos erscheinen mag, doch es kann durchaus nützlich sein im Indikatorchart Trendlinien zu zeichnen. Letztlich schadet es ja nicht eine zusätzliche Waffe im Gepäck zu haben. Besonders bei Trendwechseln (also bei normalen Divergenzen) kann dieses Vorgehen sinnvoll sein, wobei hier nicht diejenige Linie genutzt wird, welche zur Kenntlichmachung einer Divergenz dient. Vielmehr geht es um eine Duplikation einer Trendlinie, welche im Preischart gezogen wurde. Zur Verdeutlichung dient der folgende Chart:
Die gestrichelten orangen Trendlinien zeigen die normale bullishe Divergenz, welche einen Trendwechsel signalisiert. Mithilfe der beiden roten Trendlinien wurde der Trendwechsel sowohl im Preischart, als auch im MACD durch einen Bruch eben dieser Linie bestätigt (siehe violetter Kreis). Dem aufmerksamen Leser werden zwei Dinge aufgefallen sein: zum einen wurden durch die rote Trendlinie sowohl im Preis- als auch im Indikatorchart Zwischenhochs verbunden – eine Kombination, welche es bei Divergenzen so nicht gibt. Dies war mit der “Duplikation einer Trendlinie” gemeint. Zweitens findet hier ein weiterer bereits erwähnter Trick Verwendung, nämlich ein Crossover des Indikators und ein damit verbundenes Kaufsignal.


