Die Schulter-Kopf-Schulter Formation (SKS)

Die Schulter-Kopf-Schulter Formation (SKS)

Die Schulter-Kopf-Schulter Formation, oftmals auch einfach SKS genannt, ist eine bekannte Trendwendeformation. Voraussetzung ist wie bei allen Trendwendeformationen, dass vorher ein Trend vorgelegen haben muss. Kann zwar auch als Fortsetzungsformation innerhalb eines Trends entstehen, ist dann aber wesentlich weniger aussagekräftig.

Grundsätzlich besteht sie aus einem Lower-High (erste Schulter), einem darauffolgenden Higher-High (Kopf) und einem erneuten Lower-High (zweite Schulter). Aufgelöst wird diese Formation durch einen Bruch der Nackenlinie, welche von dem Tiefpunkt zwischen der ersten Schulter und dem Kopf sowie dem Kopf und der zweiten Schulter gezogen wird. Die folgende Grafik veranschaulicht das:


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Idealerweise ist die Nackenlinie leicht nach oben geneigt. Das Volumen sollte während sich die Chartformation bildet stetig abnehmen, wobei es beim Ausbruch unter die Nackenlinie zu einem deutlichen Volumenanstieg kommen sollte. Je deutlicher das Handelsvolumen beim Auflösen der Chartformation steigt, desto zuverlässiger ist das Verkaufssignal.

Wie bei den meisten Kursmustern lässt sich auch bei einer SKS ein Kursziel errechnen. Hierzu misst man den vertikalen Abstand zwischen dem Hoch des Kopfes und der Nackenlinie an diesem Punkt und subtrahiert diese Strecke vom Ausbruchspunkt der Nackenlinie (gelbe Linien).

Die inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation

Die inverse (oder auch umgekehrte) Schulter-Kopf-Schulter Formation ist das bullishe Gegenstück zur “normalen” SKS. Zwar ist eine inverse SKS-Formation ebenfalls ein Trendwendemuster, wobei diese an Kursböden auftritt und auf steigende Kurse hindeutet. Der Aufbau ist identisch mit dem der normalen Schulter-Kopf-Schulter Formation, allerdings gespiegelt:


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Dieser Chart zeigt eine perfekte inverse SKS Formation im Währungspaar EUR/USD. Da für den Forexmarkt keine Volumendaten verfügbar sind kann man diese nicht als Bestätigung heranziehen, vom Aufbau her ist diese inverse SKS allerdings wie aus dem Lehrbuch. Das Kursmuster ist extrem symmetrisch, zudem wurde die Nackenlinie mit einer langen grünen Kerze durchbrochen (violetter Kreis). Bitte auch darauf achten dass der Kurs aus einem langen Abwärtstrend kommt – der Trendumkehrcharakter der inversen SKS ist deutlich zu sehen. Auch hier zeigen die gestrichelten orangenen Linien das rechnerische Kursziel der Formation an. Inverse Schulter-Kopf-Schulter Formationen sind beonders häufig in unterschiedlichen Zeiteinheiten im Dax zu finden.

Psychologisch lassen sich beide Formen der SKS Formationen folgendermaßen erklären (hier am Beispiel der inversen SKS): nachdem mit dem Kopf ein Lower-Low im Vergleich zur ersten Schulter ausgebildet wurde (die Verkäufer den Kurs als unter das letzte Zwischentief gedrückt haben), bildet sich mit der zweiten Schulter ein Higher-Low bezogen auf den Kopf. Es war also genügend Kaufdruck vorhanden, dass der letzte Tiefstand (Kopf) nicht mehr erreicht wurde. Gleichzeitig werden auch die Zwischenhochs immer tiefer (absteigende Nackenlinie) womit sich der Bewegungsspielraum für den Kurs verringert.

Nach einem vorangegangenen Abwärtstrend (wir erinnern uns: dieser ist eine Bedingung für die Gültigkeit einer inversen SKS) ist nun die Konsolidierungsphase weit fortgeschritten, zudem wurde das letzte Tief (Kopf) nicht mehr erreicht. Es sind also inzwischen genug Käufer vorhanden um den Kurs nach oben zu kaufen. Durch die immer weiter fallende Nackenlinie steigt der Druck zu einer Entscheidung zu gelangen. Innerhalb kurzer Zeit kommen die Käufer in großer Zahl zurück in den Markt, den sie während des Abwärtstrends verlassen hatten. Die Umsätze ziehen an, wobei gleichzeitig die Nackenlinie durchbrochen und neues Kaufinteresse freigesetzt wird.