CFDs

Grundsätzlich steht CFD für Contract for Difference oder auf deutsch Differenzkontrakt. Es handelt sich dabei um eine Vereinbarung zwischen dem Kunden und dem Broker, dass eine zwischen Kauf und Verkauf des CFDs entstandene Preisdifferenz im Basiswert in Bar ausgeglichen wird. Dies klingt vielleicht erstmal kompliziert, ist es aber eigentlich nicht. Zur Verdeutlichung gleich ein Beispiel, eines sollte allerdings schon klar sein: bei CFDs handelt es sich um synthetische Produkte, welche nicht über eine Börse gehandelt werden. Der Handel findet zwischen den beiden Vertragspartnern statt, also zwischen dem Kunde und seinem Broker, welcher als Market Maker fungiert.

Dies ist auch der Grund, warum die Kurse von CFDs häufig von den “realen” Börsenkursen abweichen, denn der CFD-Preis wird vom Market-Maker, also vom Broker berechnet. Theoretisch kann dieser den Kurs nach belieben festsetzen, weshalb man sich einen vertrauenswürdigen CFD-Broker aussuchen sollte. Ein reales Beispiel: der heutige Xetra-Schlusskurs des Dax liegt bei 6.801 Punkten, der Kurs des German30 von ActivTrades zur selben Zeit betrug 6.796 Punkte. Ein solcher Unterschied besteht bei allen CFD-Brokern, man sollte sich davon also nicht verunsichern lassen. Bei seriösen Brokern finden die Kursveränderungen i.d.R. 1 zu 1 statt, steigt also der Xetra-Dax um 10 Punkte so steigt auch der CFD-Dax um 10 Punkte. CFDs auf den Dax haben häufig die Bezeichnung German30 oder Dax30.

Doch nun zur Funktionsweise von CFDs. Ein CFD ist quasi eine Nachbildung einer Aktie bzw. eines Indexanteils. Ein CFD auf den Dax kostet dementsprechend momentan rund 6.946 Euro, ein CFD auf die Aktie von Daimler 45,21€ und so weiter. Es handelt sich dabei im Großteil der Fälle um gehebelte Produkte, man bewegt also deutlich mehr Kapital als man einsetzt. Dies resultiert aus der Tatsache, dass man nicht den vollen Preis bezahlt, sondern lediglich eine sogenannte Margin, also eine Sicherheitsleistung hinterlegt. Diese variiert je nach Basiswert, die Broker bieten jedoch Übersichten an wie viel Margin sie für welches Underlying verlangen.

Nach der Höhe der Margin richtet sich auch der Hebel. Je höher die Margin, desto geringer der Hebel, da ein größerer Teil der Position mit eigenem Kapital hinterlegt wird. Hier ein Beispiel:

Frau Meier möchte gerne den Dax long handeln und für diesen Trade maximal 100€ riskieren. Sie setzt ihren Stopp 50 Punkte vom aktuellen Marktpreis entfernt und kann dementsprechend zwei CFDs handeln (2 x 50 = 100). Bei einem fiktiven Dax-Kurs von 6.900 Punkten müsste sie dafür eigentlich 6900 x 2 also 13.800 Euro einsetzen. Da die Margin allerdings nur 5% beträgt, hat diese Position einen Hebel von 20 und Frau Meier benötigt lediglich 690 Euro (fünf Prozent von 13.800€). Der restliche Betrag in Höhe von 13.110 Euro wird vom Broker fremdfinanziert. Frau Meier bewegt mit 690 Euro Einsatz also eine Position im Wert von 13.800 Euro.

Damit kommen wir zu den Kosten welche beim Handel mit CFDs entstehen. Da ein Teil der Position durch den Broker finanziert wird, fallen Finanzierungsgebühren an. Diese setzen sich in der Regel aus einem Leitzins (häufig der EONIA oder EURIBUR) sowie einem Zinszusatz in Höhe von ein paar Prozent zusammen. Die genaue Berechnung ist von Broker zu Broker unterschiedlich und kann auf der entsprechenden Internetseite nachgelesen werden. Diese Finanzierungsgebühren fallen dann an, wenn eine Position über Nacht gehalten wird und sind meistens als Zins für ein Jahr (p.a.) ausgezeichnet. Finanzierungskosten fallen jedoch nur bei Long-Positionen an, bei Short-Positionen erhält man unter Umständen sogar eine Gutschrift.

Zusätzlich müssen die ganz normalen Handelskosten gezahlt werden. Diese variieren je nach Broker und sind, wie alle anderen Kosten, auf der entsprechenden Website nachzulesen. Teilweise handelt es sich um feste Beträge, teilweise aber auch um einen bestimmten Prozentsatz der Positionsgröße. Bei CFDs wird häufig damit geworben, dass es keine Ordergebühren gibt, stattdessen muss nur der Spread, also die Spanne zwischen Ask- und Bidkurs gezahlt werden. Dies ist allerdings irreführend, da der Spread deutlich größer ist also bei physischen Aktien bzw. Indexfutures. Ein Aktien-CFD kostet dann bspw. 5 Cent mehr als die physische Aktie an der Börse. Diese fünf Cent gehen direkt an den Broker und stellen quasi die Ordergebühren dar. Somit steigen die absoluten Kosten auch hier mit der Positionsgröße bzw. der gehandelten Stückzahl an. Für Index-CFDs werden meistens feste Spreads verlangt, für den German30 zum Beispiel 1 bis 2 Punkte.

Sinnvoll sind CFDs vor allem für kleinere Konten. So lassen sich auch Konten welche nur 1.000 oder 2.000 Euro groß sind mittels CFDs relativ gut diversifizieren, da nur verhältnismäßig kleine Beträge als Margin hinterlegt werden müssen. Zu beachten ist aber der sogenannte Margincall. Dieser beschreibt eine Nachschussforderung seitens des Brokers, sobald die Initialmargin, also die bei der Positionseröffnung hinterlegte Margin, aufgebraucht ist. Nun möchte der Broker natürlich zusätzliche Sicherheiten haben, damit er selbst den Verlust nicht tragen muss. Wird dieser Forderung nicht unverzüglich nachgekommen, wird die Position vom Broker zwangsgeschlossen. Selbstverständlich kann man die Position auch verkleinern wenn man einem Margincall nicht vollständig nachkommen kann. So würde man die Marginanforderungen reduzieren, aber investiert bleiben.

Frau Meier aus dem vorherigen Beispiel hat also 690 Euro Margin hinterlegt und keinen Stop gesetzt. Nun fällt der Dax allerdings entgegen ihrer Erwartung, der Buchverlust wird also immer größer. Sobald der Buchverlust 690€ erreicht hat (bzw. in der Praxis wohl schon etwas früher) wird der Broker eine Erhöhung der Margin fordern.

Dies ist auch der Grund, warum beim Handel von CFDs ein solides Risiko- und Moneymanagement noch wichtiger ist also beim Handel mit physischen Aktien, denn der Verlust ist nicht auf die eingesetzte Margin begrenzt, sondern kann – theoretisch – so groß werden wie das gehandelte Volumen. Der maximale Verlust beträgt also nicht 100 Prozent der Margin, sondern kann ein Vielfaches davon sein.

Fassen wir also zusammen: CFDs bieten die Möglichkeit, auch mit einem relativ kleinen Konto ein vernünftiges Moneymanagement zu betreiben. Selbiges ist allerdings bei CFDs noch wichtiger als beim Handel mit phsyischen Aktien, da man deutlich mehr als das in Form der Margin riskierte Kapital verlieren kann (theoretische das komplette bewegte Kapital). Auch die Kostenstruktur unterscheidet sich vom “normalen” Aktienhandel, da in der Regel keine festen Ordergebühren fällig werden, sondern eine größere Kursdifferenz (Spread) zwischen Ask und Bid zu zahlen ist. Zusätzlich fallen bei Long-Positionen Finanzierungskosten an, bei Short-Positionen hingegen werden diese Finanzierungskosten teilweise sogar gutgeschrieben.

Um den wichtigen Aspekt des Moneymanagements im Griff zu haben, habe ich eine kleine Excel-Tabelle erstellt mit welcher sich die Grundlegenden Daten ausrechnen lassen. Sofern die entsprechenden Zahlen eingetragen werden, lässt sich damit auch die Margin sowie das insgesamt bewegte Kapital – also der maximal mögliche Verlust – ausrechnen. Dieses kleine Tool ist unter dem Reiter Moneymanagement-Tool ganz oben auf der Blogpage zu finden, hier der Direktlink: Moneymanagement-Tool für Aktien und CFDs