Vor etwa einem Monat “verlor” das Comex-Lager Sotia Mocatta 25 Prozent seines registrierten (lieferbaren, physischen) Silbers. Nach einer Neueinstufung mussten 5.287.142 Unzen Silber in die Kategorie “Eligible“ (nicht lieferbar) umgebucht werden, was die lieferbare Silbermenge von 11,8 Millionen auf 6,5 Millionen Unzen reduzierte. Natürlich wurde darauf hingewiesen, dass dies nur temporär wäre und überhaupt nicht der Rede wert – außerdem hätte die Comex genug Silber zur Auslieferung vorrätig.
Die gestern veröffentlichente Comex-Lagerdaten zeigen, dass erneut 1.456.488 Unzen physisches Silber in die Kategorie „nicht lieferbar“ umgebucht werden mussten. Das heißt, dass Scotia Mocatta über Nacht einen “Verlust“ von 24% seines lieferbaren Silbers verbuchen musste. Seit 20. April beträgt der Verlust an physischem Silber nun 60 Prozent! Eine temporäre Erscheinung sieht anders aus…
Dabei ist Scotia Mocatta nicht das einzige Lagerhaus: auch HSBC und Delaware mussten ihre Bestände neu deklarieren (siehe Grafik unten). Das Interessante ist aber, dass sich die Gesamtmenge des Silber kaum geändert hat. Es wurde lediglich die Menge des lieferbaren Silber verringert und die des nicht lieferbaren erhöht. Das Verhältnis von lieferbarem zu nicht lieferbaren Silber war vor einem Monat noch 57% zu 43%. Das änderte sich nun auf 24% zu 76%.
COMEX-Lagerbestände vom 1.Juni

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Quelle: Comex
COMEX-Lagerbestände vom 20.April

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Die Gesamtmenge des lieferbaren, physischen Silbers ist auf ein Allzeit-Tief von 29.261.638 Millionen Unzen gefallen. Es war ein Glücksfall für das Manipulations-Kartell, dass es gestern Abend zu massenhaften Kontraktauflösungen aufgrund von Margincalls kam und der Silberpreis innerhalb weniger Minuten um rund 4 Prozent gefallen ist. Das hat ihnen noch ein paar Tage Zeit gekauft.
Der Silbermarkt gehört zwar schon seit vielen Monaten zu den interessantesten Märkten, nun könnte es langsam aber wirklich spannend werden. Die CME Group ist momentan wie ein angeschossenes Tier: noch nicht tot, dafür aber umso gefährlicher und unberechenbarer. Von Investitionen über Derivate ist abzuraten, denn man weiß nicht was sich die CME mit der FED im Rücken alles einfallen lässt, um den Silberpreis zu drücken. Marginerhöhungen dürften hier das bevorzugte Mittel sein, deren Wirkung hat man ja Anfang Mai deutlich gesehen. Auch ein verstärktes Short-Selling durch JP Morgan und HSBC ist wahrscheinlich. Je nachdem wie sich die Lage weiter entwickelt, könnte es irgendwann sogar zu einem Verkaufsverbot für Silber kommen – zumindest in den USA.
Die Silber-Drücker werden jedenfalls alles tun, um nicht die Lieferunfähigkeit eingestehen zu müssen. Wer dann physisches Silber hat, ist klar im Vorteil, denn das kann man nicht mehr wegnehmen.
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JUN
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