Archive for 'Konjunktur'

Über die Erschaffung und Vermeidung von systemischen Risiken

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Die Finanzminister der europäischen Union werden wahrscheinlich diese Woche neue Regeln beschließen, wie insolvente Banken abgewickelt werden könne. Eine der entscheidenden Fragen bei dieser Diskussion ist jedoch, wer von den neuen Regeln überhaupt betroffen sein wird. Was die Möglichkeit zur Einführung einer klaren Rechtsgrundlage sein könnte, läuft Gefahr ein politisches Durcheinander individueller Interessen, regulatorischer Ermessensspielräume und zum Spielball bestimmter Interessensgruppen zu werden.

Aktuell am lautesten schreien die Clearinghäuser für Derivate auf. Nach der regelrechten Panik 2008 im Zuge Finanzkrise, haben sich Politiker und Regulatoren beeilt, den Derivatehandel in zentralisierten Clearinghäusern zu bündeln – mit dem Argument, dies würde das sogenannte counterparty risk reduzieren.

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Entusiasmus, Gier oder Übertreibung?

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Der Dow Jones hat gestern ein neues Allzeithoch erreicht, der S&P500 ist nicht mehr weit davon entfernt und auch der Dax hat bereits bei der 8.000 Punkte Marke angeklopft. Angesichts der Tatsache, dass keines! der grundlegenden Probleme (darunter u.a. Schuldenkrise in Europa, Haushaltsstreit in den USA, drohender bzw. bereits begonnener globaler Währungskrieg) auch nur annähernd gelöst ist, erscheint diese Entwicklung einigermaßen ungerechtfertigt.

 

Fast jeder langfristige Trend an den Börse läuft allerdings nach dem gleichen Muster ab. Vor dem Hintergrund der folgenden Grafik möchte ich jedem Leser selbst überlassen zu entscheiden wo wir aktuell stehen…

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Summe der notleidenden Kredite auf Rekordhoch

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Wie der Wirtschaftsprüfungskonzern Ernst & Young in einer vor einigen Tagen veröffentlichten Studie mitteilt, haben europäische Banken aktuell notleidende Kredite im Wert von 918 Milliarden Euro in ihren Büchern, was 7,6% aller Kredite entspricht. E&Y zufolge sind ca. 15,5 Prozent aller Kredite in Spanien und etwa 10,2 Prozent aller Kredite in Italien notleidend, was merklich über den offiziellen Zahlen liegt.
Hält man sich diese Zahlen vor Augen wird klar, dass eine Rekapitalisierung von Banken durch den ESM, wie zuletzt angedacht wurde, ambitioniert ist – um es vorsichtig auszudrücken. Wesentlich aussichtsloser wird die Situation unter Berücksichtung der Forderung einiger Staaten, dass auch Gelder für bereits untersützte Banken quasi nachträglich aus dem ESM fließen sollen.
Insgesamt wurden in der Eurozone bereits 300 Milliarden Euro aufgewendet, um Banken zu unterstützen. Sollte sich die Forderung, auch bereits geleistete Hilfszahlungen nachträglich aus dem ESM nachfinanzieren zu können durchsetzen, dürfte das – aktuelle! – Limit des ESM bereits bald erreicht sein.

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Interview mit Felix Zulauf – äußerst lesenswert!

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Im Handelsblatt ist gestern ein Interview mit dem ehemaligen Fondsmanger Felix Zulauf erschienen. Ich kann diesen Artikel nur wärmstes empfehlen, es finden sich diverse gute Gedankengänge und Anregungen darin – keinerlei Übertreibung oder Panikmache, sondern vielmehr ein deutlich realistischerer Blick auf die aktuelle Situation als von den meisten Medien geboten wird. Hier ein paar Zitate und der Link zum Artikel:

Zulauf ist der Ansicht, dass es dieses Jahr zu einer größeren Korrektur kommen wird. Auf die Frage wann denn damit zu rechnen sei antwortete er:

“Das weiß ich nicht. Ich schätze, dass der Optimismus zunächst noch anhalten wird. Möglicherweise sehen wir sogar noch eine Art von Kaufpanik, die die Indizes auf neue Höchststände treibt. Aber spätestens ab dem zweiten Quartal wird es meiner Ansicht nach problematischer.”

Zu möglichen Gründen für den Einbruch gefragt:

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Warum die Eurozone (noch) nicht zusammenpasst

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Wie in diesem Artikel bereits angedeutet, besteht ein wesentliches Problem in Europa darin, dass es grundsätzlich zwei “Gruppen” innerhalb der Eurozone gibt: die Länder mit großen Außenhandelsüberschüssen (bspw. Deutschland) und Staaten mit großen Leistungsbilanzdefiziten (bspw. Spanien) auf der anderen Seite. Es ist ökonomisch und logisch gesehen nicht möglich, dass alle Länder einen Außenhandelsüberschuss haben, also mehr Waren und Dienstleistungen exportieren als eingeführt werden. Die Außenhandelsbilanz Deutschlands ist seit geraumer Zeit positiv, der Wert aller exportierten Waren und Dienstleistungen übersteigt den …

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Einkaufsmanagerindizes signalisieren eine Fortsetzung der Rezession in Europa

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Die Überschrift sagt eigentlich alles und jeden klar denken Menschen überrascht diese “Neuigkeit” nicht. Der Dank für die harten Sparprogramme in den südeuropäischen Ländern ist eine seit mehreren Quartalen – mit einer Unterbrechung – andauernde Rezession in der Eurozone. Die PIIGS importieren immer weniger, weil weder Staat noch Bürger Geld für große Investitionen haben. Dies trifft im Umkehrschluss auch Deutschland als eine der weltweit stärksten Exportnationen, weil die Staaten im europäischen Währungsraum die größten Abnehmer deutscher Waren sind. Inwiefern dies …

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Eurokrise – das Unheil an der Wurzel packen

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Vor einigen Monaten verkündete EZB-Präsident Mario Draghi noch, er werde “alles tun um den Euro zu retten”. Letzte Woche hat er mit dem vorerst unbegrenzten Staatsanleihenkaufprogramm den Worten Taten folgen lassen, mit einer Maßnahme also, wie es sie 2010 in ähnlicher Form bereits gab. Auch damals kaufte die EZB PIIGS-Anleihen am Sekundärmarkt auf, um die Zinslast für die entsprechenden Länder wenigstens etwas erträglicher zu machen. Damals wie heute kann man lediglich Zeit erkaufen um wichtige Reformen umzusetzen, welche jedoch nichtmal …

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Kommentar zur Sendung von Günther Jauch

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Jeden Sonntag Abend diskutiert Günther Jauch in der ARD über die verschiedensten Themen. Nach längerer Zeit hat es am letzten Sonntag mal wieder das Thema Euro-Rettung auf die Agenda geschafft, bedingt durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes am Mittwoch. Das Thema im Wortlaut war: “Im Namen des Volkes! Müssen wir die Euro-Rettung stoppen?”. Vielleicht hat ja der ein oder andere Leser diese, teils durchaus interessante, Diskussion mitverfolgt. Wer es nachholen möchte, die aktuelle Sendung findet sich als Video hier: http://daserste.ndr.de/guentherjauch/guentherjauch223.html.
Ich …

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Größte EPS-Enttäuschung seit Jahren

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Die Berichtssaison für das zweite Quartal 2012 ist in vollem Gange und dem interessierten Beobachter wird etwas aufgefallen sein: die Schlagzeilen überwiegend von übertroffenen Erwartungen beherrscht. Dabei sind keine branchenspezifische Unterschiede zu erkennen. Banken,und Technologieunternehmen (mit Ausnahme von Facebook und Apple) haben die EPS Erwartungen zum Großteil ebenso übertroffen wie Industriekonzerne. EPS steht für earnings per share und bezeichnet damit die Einnahmen pro Aktie.
Der Tatsache, dass die Enttäuschung in diesem Quartal tatsächlich so groß ist wie seit langem nicht …

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Der europäische Krisenzyklus: Hoffnung, Erleichterung …. und immer Enttäuschung

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Es scheint immer das gleiche Spiel zu sein: die Aktienkurse fallen, die negativen Nachrichten zu einem (oder inzwischen mehreren) PIIGS Staaten in den Nachrichten häufen sich und die Zinsen für die Anleihen des entsprechenden Landes steigen unaufhaltsam an. Dann ist es wieder soweit, ein Euro-Gipfel, wahlweise in Brüssel, Berlin oder Paris, wird einberufen. Vor diesem Gipfeltreffen werden vollmundige Versprechen gemacht, jedes Mal scheint die entgültige Lösung der Euro-Krise zum Greifen nahe. Die Verhandlungen ziehen sich bis in die Abendstunden, es …

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