Erstmal vielen Dank an Marco für die Möglichkeit, hier den einen oder anderen Artikel zu veröffentlichen.
Ich beschäftige mich seit ca. 2006 mit dem Börsengeschehen und habe vermutlich die gleichen Erfahrungen gesammelt wie die meisten anderen auch: Aktien am Hoch gekauft, am Tief verkauft, heißen Tipps nachgelaufen, Geld in einen Pennystock gesteckt in der Hoffnung daß die Aktie „in den nächsten“ Jahren explodiert, Analystenkommentare gelesen und irgendwann gemerkt, daß ich eigentlich überhaupt keinen Plan von dem hatte, was ich da tat. Glücklicherweise habe ich dabei weder große Summen in den Sand gesetzt noch völlig die Motivation verloren.
Daraufhin habe ich mir diverse Bücher besorgt und versucht, jeweils das System nachzutraden, das vom entsprechenden Autor vorgegeben wurde. Hat natürlich auch nicht geklappt. Retrospektiv lag es daran, daß ich einfach überhaupt keinen Blick für den Gesamtmarkt hatte.
Zufällig bin ich dann über AmiBroker gestolpert, das mit AFL über eine geniale Programmiersprache verfügt, so daß ich schnell angefangen habe, Handelssysteme und Indikatoren auszuprobieren. Der Handel selber ist dabei relativ unwichtig geworden, weil mich der „logische“ und „mathematische“ Aspekt an der ganzen Sache viel mehr interessiert hat. Ich war dann zwei Jahre fast komplett aus dem Markt raus und habe mich nur theoretisch damit beschäftigt. Das hat auch dazu geführt, daß mich völlig andere Literatur interessiert hat: Bücher und Artikel, die Methoden beschreiben statt Systeme.
Daraus hat sich dann mein Ansatz entwickelt: ich lege extrem hohen Wert darauf, den Gesamtmarkt bestmöglich zu analysieren, da das einfach die Grundlage ist, ohne die man nur schwer erfolgreich sein kann. Ein Teil meiner Handelssysteme läuft zwar unabhängig von dieser Analyse, aber auch dann ist ein Drawdown erheblich leichter zu verkraften, wenn ich weiß was ich zu erwarten habe.
Wie analysiere ich den Markt? Charttechnik hat einen nicht ganz unwichtigen Stellenwert, entscheidend ist aber die Marktbreite in verschiedenen Ausprägungen. Einen Überblick, welche Indikatoren und Tools ich dafür benutze, werde ich bei Gelegenheit mal posten. (Kurz angerissen: unter anderem A/D-Line, OBV, % of stocks above MA, Bullish Percent.) Mein Fokus liegt eindeutig auf den US-Märkten, d.h. dem S&P 500 und dem Nasdaq 100. Je nach Laune werde ich aber auch ab und an mal die deutschen Indizes genauer unter die Lupe nehmen.
Warum poste ich hier als Gastautor? Ich finde es spannend, ganz einfach. Mein Blog war ursprünglich eher als Gedankenstütze gedacht und ist mittlerweile auch eine gute „Diszplinierungsmaßnahme“ geworden, die mich nicht faul werden läßt. Letzteres ist natürlich auch ein netter Nebeneffekt meiner Gastautorenschaft hier.
Was gibt es sonst noch zu sagen? Ich bin 30 Jahre alt, lebe in Berlin und habe Naturwissenschaften studiert.
Ansonsten freue ich mich darauf, hier zu posten. Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach melden unter st0ckthief(at)hotmail.com bzw. st0ckthief.blogspot.com.
