Stand: 15.08.2011
Nachdem dieser Blog nun ziemlich genau ein Jahr alt ist, habe ich mich dazu entschlossen mich einmal vorzustellen. Manche Blogbetreiber tun es, manche nicht und ich persöhnlich habe immer ein besseres Gefühl, wenn ich weiß wer die Artikel schreibt die ich lese. In dem einen Jahr seit Gründung gab es knapp 30.000 Aufrufe des finanztagebuchs, inzwischen begrüße ich über einhundert Leser täglich. Nun zu mir:
Ich heiße Marco, bin 18 Jahre alt und komme aus Hamburg. Ich interessiere mich schon seit sehr vielen Jahren für Wirtschaftsthemen und seit ca. drei Jahren für die Börsen. Etwa ebenso lange trade ich auch real. Ich habe lange mit mir gerungen ob ich schreiben soll wie alt ich bin, denn oft wird man mit Vorurteilen wie Naivität oder mangelnder Erfahrung konfrontiert. Zwar kann ich noch keine wissenschaftliche Ausbildung, sondern lediglich einen Leistungskurs Wirtschaft vorweisen, allerdings beschäftige ich mich nun seit einigen Jahren mehrere Stunden täglich mit den Finanzmärkten und habe mir somit Hintergrundwissen angeeignet. Ich hoffe, dass mich regelmäßige Leser an den Inhalten dieses Blogs und nicht an meinem Alter messen und dass sich auch neue Leser ohne Vorurteile von der Qualität der Beiträge hier überzeugen.
Mein bisheriger Weg im Aktien- und Forexhandel war zwar von so manchen Rückschlägen und Verlusten gekennzeichnet, dennoch habe ich nie aufgegeben. Es war immer der starke Wille vorhanden, irgendwann zu den <5 Prozent zu gehören, welche langfristig an der Börse Gewinne machen. Natürlich ist es schwer, doch ich bin der festen Überzeugung dass man es schaffen kann, sofern man nur unbedingt will. Selbstdisziplin und die Fähigkeit Emotionen auszuschalten sind Eigenschaften, welche man erlernen kann. Das habe ich in den letzten Monaten und Jahren gelernt.
Die Performance meines allerersten Börsendepots hätte aus einem Lehrbuch stammen können, denn ich habe quasi alle nur möglichen Anfängerfehler auf einmal begangen: fast auf den Tag genau am Hochpunkt gekauft und fast auf den Tag genau am Tiefpunkt verkauft. Nach zwei – mehr oder weniger zufällig – profitablen Trades sofort übermütig geworden und ans Newstrading gewagt, natürlich gehebelt. Der erste und bisher letzte Newstrade war gleichzeitig mein größter Verlust.
Um die großen, innerhalb weniger Wochen angehäuften Verluste auszugleichen, bin ich also auf den Intradayhandel ausgewichen, natürlich ebenfalls hoch gehebelt. Dass dieser Plan, innerhalb kurzer Zeit die bisher aufgelaufenen Verluste wieder wettzumachen, nicht aufging, sondern das Minus noch erheblich vergrößerte, ist rückblickend gesehen klar. Schließlich hatte ich erst wenige Monate Erfahrung.
Das Spielgeld, also Geld deren Verlust ich verkraften konnte ohne finanzielle Probleme zu kriegen, war nach rund einem halben Jahr weg. Am Ende waren noch rund 70 Euro übrig, mit denen ich auch meinen ersten 100 Prozent Gewinn Trade schaffte. Höher ist das Konto nie wieder gekommen.
Diese Talfahrt hatte mich ziemlich geschockt, zumal mir erst als das Geld weg war klar wurde, was für eine Summe ich innerhalb weniger Monate verloren hatte. Das Thema Live-Börsenhandel war nun erst einmal gestorben. Aus dieser kurzen aber umso schmerzvolleren Erfahrung hatte aber immerhin ein paar lehrreiche Erfahrungen gewonnen: ich lernte die Begriffe Money- und Riskmanagement erstmals kennen, arbeitete mich in die technische Analyse ein und war mir sicher, dass einer Rückkehr an die Börse diverse Demokonten vorausgehen mussten. Inzwischen glaube ich, dass mir nichts besseres passieren konnte als direkt gegen die Wand zu laufen. Ich habe so von Anfang an gelernt mit Verlusten umzugehen und mit jedem Verlust wuchs der Wille, es irgendwann zu schaffen.
Nach rund einem Jahr Börsenabstinenz zog es mich allerdings an den Forexmarkt. Der Handel mit Währungen wurde mehrmals als die Königsdisziplin des Tradings beschrieben, womit meine Neugierde geweckt war. Als Lehre aus dem ersten, sehr großen Verlust, startete ich allerdings mit einem Demokonto, wobei ich erstmals Bekanntschaft mit dem Metatrader4 machte.
Ich handelte ohne wirkliche Strategie, zeichnete Unterstützungs- und Widerstandslinien in die Charts, dazu noch Bollinger Bänder, gleitende Durschnitte, Trendlinien, den RSI und auch der MACD durfte natürlich nicht fehlen. Frei nach dem Motto „klotzen statt kleckern“ denn man könnte ja ein wichtiges Kauf- oder Verkaufssignal verpassen.
Es überrascht wohl wenig, dass ich mit dieser wilden Ansammlung von Indikatoren keinen Erfolg hatte, zumal ich erneut kein wirkliches Moneymanagement hatte. Der Grund dafür war, dass ich anfangs das Prinzip der Positionsgrößen in Lot nicht verstand und eigentlich auch nur traden und Gewinne machen wollte.
Dafür begab ich mich auf die Suche nach Tradingstrategien, welche mich dorthin führen. Ich durchfortstete neben Google auch mehrere Internetforen. Dabei lernte ich nicht nur viele verschiedene Strategien kennen, sondern verinnerlichte auch, dass die entscheidende Komponente im Trading nicht das System ist nachdem man handelt, sondern der Mensch. Jedes System wird scheitern, wenn man Emotionen wie Angst, Gier, Arroganz und auch der Wille nach Rache am Markt nicht ausblenden kann.
Es hat mich viel Zeit und Aufwand gekostet mich in die jeweiligen Strategien einzuarbeiten und diese auszuprobieren, nur um sie später doch wieder zu verwerfen. Entweder sie passten nicht zu meinen zeitlichen Möglichkeiten, oder nicht zu meiner Persönlichkeit. Denn, so lernte ich, nur eine Strategie mit der man sich wohlfühlt, wird einem auch zum Erfolg verhelfen.
Nach längerer Suche stieß ich dann auf die Strategie, welche vielversprechend aussah und sich auch zeitlich umsetzten ließ. Ich habe diese Strategie auf mehreren Demokonten getestet und bin immernoch dabei. Der bisherige Verlauf ist positiv, ich habe damit nicht nur meine kleinen, aber kontinuirlichen Verluste im Forexhandel gestoppt, sondern die Performance auch leicht ins positive drehen können.
Parallel dazu habe ich einen Teil meiner bisher aufgelaufenen Verluste durch Longs im Silbermarkt wieder reingeholt und auch mit Aktien ein paar gute Treffer gelandet. Hier im Blog sind ein paar meiner Trades unter Live-Trading zu finden.
Gestartet habe ich diesen Blog im Sommer 2010 mehr oder weniger aus Langeweile, mit dem Ziel des Gedankenaustausches. Schon nach wenigen Wochen wurde das Bloggen zu einem Hobby. Ich tausche mich gerne mit anderen Menschen über die Wirtschafts und Börse aus und das geht meiner Meinung nach besser auf einem eigenen Blog als in einem Forum. Für Fragen oder Anregungen bin ich unter finanztagebuch@web.de zu erreichen.

Hallo Marco,
vielen Dank für Deine umfassende Einleitung.
Ich lese mit großem Interesse Deine Wochenendanalyse und würde mich freuen wenn Du dich weiterhin bei uns im DAX-Intraday-Forum beteiligen würdest.
Gruß,
Stefan.